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Medienspiegel: Oldenburger Münsterland Kurier vom 18. November 1999
Lohner Tüftler ersparen Landwirten und Viehhändlern stundenlange Büroarbeit

Vom Stall ins Internet

kurier1.jpg (49509 Byte)Im Betrieb von Mechthild Eveslage in Langwege läuft das Computer-Programm ("Animal Control") bereits einwandfrei. Davon konnten sich die Entwickler Helmut Niedfeld (zweiter von rechts) und Andreas Seebeck überzeugen. Foto: Brägelmann.

Lohne (mb). Für den Verbraucher ein Segen, für den Landwirt - bislang - bürokratischer Schrecken. Der von der EU seit kurzem vorgeschriebene lückenlose Herkunftsnachweis von Rindern drohte den Bauern zur Bürokraft zu degradieren. Das stundenlange Ausfüllen von Formularen haben zwei Tüftler aus Lohne jetzt auf wenige Minuten reduziert.

Ein Scanner erfasst Ohrmarken und weitere Daten der Tiere in Sekundenbruchteilen. Ein Klick reicht dann, um tausende von Daten per Internet zu verschicken. Vorgeschrieben ist die Weitermeldung der Stammdaten aller Rinder seit Ende September. Und seitdem ist der Aerger bei den Landwirten gross.

"Da muss was passieren", dachte sich EDV-Dienstleister Helmut Niedfeld aus Lohne. Er schilderte das Problem Diplomingenieur Andreas Seebeck. Das praktische Wissen des einen gepaar mit dem theoretischen Know-how des anderen liessen ein Software-Programm entstehen, das für den Benutzer einfach zu bedienen ist.
Nicht nur Landwirte profitieren von diesem Programm. Auch Viehhändler erleichtert es ihre Arbeit enorm. Denn jeder Kauf und Verkauf eines Rindes muss jetzt an eine zentrale Datenbank gemeldet werden.
Gelernter Spieleprogrammierer sorgt für kinderleichte Bedienung

kurier2.jpg (46464 Byte)Mit einem Barcodeleser liest Landwirtin Mechthild Eveslage aus Langwege die Daten der Rinder ein.

Lohne (bm) - "Unser Programm ist kinderleicht zu bedienen", sagen Helmut Niedfeld und Andreas Seebeck. "Es ist sogar schon vorgekommen, dass sich Kinder eines Landwirts um den Scanner stritten, mit dem die Strichcodes abgelesen werden."
In der Tat ist der Software anzumerken, dass sie von einem gelernten Spieleentwickler konzipiert worden ist. Schon als Schüler begann Seebeck mit dem Programmieren von Spielen. Heute gilt er in der Fernsehbranche als Pionier auf dem Gebiet der interaktiven Computer-Telefonie-TV-Spiele.
Seine Zusammenarbeit mit Niedfeld auf dem Agrarsektor hat der Lohner bis heute nicht bereut. Bereits während der Entwicklungsphase fanden beide einen Abnehmer, der die neue Software in den nächsten Wochen und Monaten im gesamten EU-Raum anbieten wird.
In Deutschland müssen die Daten aller Rinder an das Herkunftssicherungs- und Informationssystem Tier (HIT) in München übermittelt werden. Mit der Verordnung der Europäischen Union soll der Markt für Rindfleisch transparenter gestaltet und Tierseuchen vorgebeugt werden. Sie schreibt unter anderem allen Rinderhaltern in den Mitgliedstaaten der EU vor, Neuzugänge und Abgänge von Rindern an eine zentrale Datenbank zu melden.
 
 

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